Ja, wir haben es schon wieder getan! Japan hat uns einfach ganz in seinen Bann gezogen und was gibt es denn Schöneres, als Urlaub zu machen in der Welt von Ghibli, J*Rock und CO.? :P
Im Sommer 2019 hat es uns also wieder dorthin verschlagen. Hier kommt der zweite Teil meines Reiseberichtes! (:

Unser Flug ✈️

Eigentlich wollte ich letztes Jahr nach Amerika, aber Joe hat so gejammert, dass ich ihm sagte: ,,Okay, wenn du einen günstigen Flug findest, dann fliegen wir hin.“ 😏
Natürlich dauerte es nicht lange und er präsentierte mir zwei Flüge: Hin- und Rückflug für 680€. Mit Lufthansa von Frankfurt nach Tokio (12h) und von Osaka mit einem Inlandsflug nach Tokio, um von dort aus wieder nach Frankfurt zu reisen (11h 30min).
Ich hatte also keine andere Wahl als JA zu sagen. :D Der Flug war angenehm und trotz meiner Flugangst habe ich es überlebt, denn die Vorfreude endlich Tokio kennen zu lernen war viel größer! (:

Hello Tokyo! ❤🗼

Da wir 2018 Osaka erkundet hatten, wollten wir uns 2019 vornehmen erst Tokio unsicher zu machen und die letzte von drei Wochen wieder in der Kansai Region, in Osaka zu verbringen. (:
Ich war so gespannt auf Tokio! Sollte es wirklich alles SO VIEL und so überwältigend sein?
Die Antwort ist: Jain! :D Denn Tokio funktioniert eben wie jede andere Stadt auf der Welt: Es hat seine schnöden Ecken, seine Hot Spots, seine Shoppingmeilen, seine ruhigen Gegenden. Man muss nur wissen wo man hinmöchte und was man will!
Die nächsten paar Tage machten wir verschiedene Bezirke unsicher: Harajuku, Shibuya, Shinagawa, Itabashi, Ōta sowie den Stadtteil Akihabara. Auch machten wir einen Abstecher nach Kawasaki, welches in der Präfektur Kanagawa liegt. 🌻☀️🎏

  • Anstehen bei Ichiraku Ramen!
  • Im Shibuya 109
  • Es gab so tolle Sachen, aber alles war teuer. >_>
  • Und so wurde ich zum Piraten!
  • Kurzer Stop für Fotos. (:

Diese ganzen Bezirke und Präfekturen verwirren mich und ich kann nie genau sagen, wo wir nun wirklich sind. XD Aber vor allem Shibuya, Akihabara und Harajuku brachten mein Herz zum hüpfen, denn dort wollte ich hin seit ich zum ersten Mal Fotos in der DAISUKI gesehen hatte! :D Kennt das noch Jemand?
Als Schülerin wollte ich unbedingt dort shoppen gehen, in die niedlichen Cafés, Purikura machen und bunt sein. Alles, was mir zu der Zeit in Deutschland leider verwehrt blieb. (: Aber ich habe mein Bestes gegeben, den japanische Flair irgendwie zu mir nach Hause zu holen. In der Schule war ich ,,der Freak“ und bekam sogar als ,,Fashion Freak“ einen Platz in der Schülerzeitung. 🤷‍♀️ Naja! Diese Zeiten sind lange vorbei und ich bin froh, dass ich mich von den ,,It-Girls“ der Schule nicht habe biegen und brechen lassen. 😏 Auch das habe ich meiner unbändigen Liebe zur japanischen Popkultur zu verdanken. Irgendwie.
Als ich mit einem großen Eisbecher in Harajuku auf einer Bank saß und die Füße baumeln ließ durchströmte mich ein Gefühl des Sieges! Ein weiteres Lebensziel erreicht. Ich war wirklich endlich shoppen in Harajuku! ❤ :D

Lebenstraum erfüllt: Shoppen im Shibuya 109 ✔

Auch einer meiner großen Träume und ich bin überglücklich, dass Joe das alles mitgemacht hat. (: Er wusste von Anfang an, auf was er sich einlassen würde und hat dennoch nicht gekniffen! ;D
In Osaka haben wir die Burgen und Tempel bewundert aber diese krass knallbunte, verrückte Popkultur habe ich dort vermisst und wollte diese unbedingt auch kennen lernen!

Wir kamen mit der Ginza Line am Bahnhof in Shibuya an und fast schon gehetzt machte ich mich daran den Ausgang zu suchen. Es soll einen Hachiko-Exit 🐶 geben, von wo aus man schnurstracks zum Hachiko Denkmahl kommen soll. (: Von dort aus läuft man wenige Schritte zu Fuß bis zur weltberühmten Kreuzung, der Shibuya Crossing. Ich muss sagen, ich hatte es mir etwas größer vorgestellt. :D Aber sobald die Ampeln für die Fußgänger umspringen fühlt man sich, als sei man in ein Meer aus menschen geworfen worden und würde wie ein Korken auf ihnen zur nächsten Straßenseite treiben. Das ist der Wahnsinn!
Am Abend trappeln ungefähr 15.000 Menschen über die Kreuzung und geben dabei ein unglaubliches Bild ab.

Von wo aus kann man sich das Spektakel am besten anschauen? Richtig: Von oben! ;)
Eigentlich wollte ich gerne ins Starbucks, da dieser einen tollen Blick direkt auf die Kreuzung bietet. Leider sind die Sitzplätze an der Fensterfront sehr begehrt und so sparten wir uns den Weg. Wir würden schon etwas anderes finden und so fuhren wir bis zur 8. Etage des Magnet Kaufhauses rauf. (: Wir hatten – abwechselnd mit anderen Besuchern – einen fantastischen Blick auf die Kreuzung bei Abenddämmerung. Der Eintritt kostet 600 Yen pro Person, also etwa 5€.

Danach machten wir uns auf den Weg zum Shibuya 109 und mussten doch ein wenig schmunzeln über die vielen Menschen, die mitten auf der Kreuzung stehen blieben und Selfies machten, sodass Wachpersonal kommen und sie weitertreiben musste. xD Die Automassen waren nämlich schon im Anmarsch.

Im Mega-Shopping-Tower selbst war ich allerdings schnell ernüchtert, denn die Preise waren nicht nur salzig und die Klamotten in meiner Größe schwierig zu finden, es war auch kein Platz zum Anprobieren. Die Schlangen vor den Umkleidekabinen waren ellenlang und es gab SO viel zu sehen, dass ich schnell überfordert und gestresst war. 🙈
Wir haben uns dann im Außenbereich auf eine Bank gesetzt, die kühle Nachtluft genossen und uns am Getränkeautomaten eine kalte Dose Limo gezogen.
PUH. Zu dem Zeitpunkt waren wir schon ziemlich fertig und beschlossen uns auf den Rückweg zu machen. Aber nicht ohne vorher noch ein paar Fotos zu knipsen! :D

Achja, Hachiko haben wir natürlich auch besucht, aber ich traute mich nicht nach vorn zu laufen und ein Foto zu machen, da er umringt war von einer Traube Touristen und Fans – in respektvollem Abstand – die nacheinander hin sprangen, um Bilder zu machen.
Alles ging sehr höflich und mit viel Rücksicht von statten aber ich wollte mich da wirklich nicht hinstellen, wenn 50 Leute darauf warten auch endlich dran zu sein. XD Also kein Foto von mir und Hachiko. Vielleicht beim nächsten Mal!

Hier hab ich auf einem anderen Blog einen guten Artikel über Shibuya gefunden. (: Auch, wenn ihr Fragen habt, Tips braucht oder Reiseinformationen – der Blog ist wirklich gut und hat uns auch geholfen! ^_^

✨ Kawaii Monster Café – かわいい! ✨

Auch etwas, was ich unbedingt sehen wollte! Lohnt es sich? Nun…

Erst einmal muss man entscheiden, ob man zur Mittagszeit oder Abends reinschneien möchte. Man bucht eine Uhrzeit online und kann sich die wechselnden Speisen ebenfalls online anschauen.
Wir entschlossen es zur Mittagszeit zu besuchen und machten uns auf den Weg nach Harajuku. (: Wer nach einer Beschilderung Ausschau hält, tut dies vergeblich. xD Es ist wirklich knifflig zu finden und wir waren bereits eine halbe Stunde vor unserer Reservierung da. Beinahe hätten wir es nicht geschafft… >_>
Der Eingangsbereich besteht aus einem kunterbunten, verschlossenen Türchen und einem Schalter, an dem man sich anmeldet.
Als die Türe sich öffnete war ich erstmal geflashed! Verrückte Popmusik strömte uns entgegen, Lichter flackerten wild durcheinander und zwei kreischbunt verkleidete Mädchen mit knalligem Makeup und leuchtenden Dingen im Haar hießen uns lauthals im Kawaii Monster Café willkommen. :D
Man führte uns zu einem Tisch, von dem wir einen guten Ausblick auf die riesige Torte in der Mitte hatten und brachte uns die Menü-Karte. Wir bestellten Drinks und ,,Sweets“, die rasch an unseren Tisch gebracht wurden. Meine Nahrung bestand aus einem rosa Futternapf, gefüllt mit Vanille-Eis, Oreo Keksen, bunten, zuckersüßen Croutons (?) und einer dicken Flocke Zuckerwatte. :D ✨ かわいい! ✨ Joe bestellte einen ,,Soda“-Eisbecher.
Später sollte noch eine Show stattfinden, aber diese war eher … naja, jetzt nicht soooo aufregend 🙈 und ich glaube alle der anwesenden Besucher des Cafés waren froh, als es wieder vorbei war. Es handelte sich, bis auf zwei Pärchen um nicht Asiaten, die sich mit viel, viel Mühe zu irgendeiner Reaktion animieren ließen. XD Wir bekamen leuchtende Lollies, mit denen wir herumwedeln sollten. Ich hatte meinen lieber im Mund. :D
So etwas ist gar nicht meins und ich war froh, dass für den letzten Tanz nicht ich auf die Torte gezerrt wurde. :D Dennoch konnte ich es mir nicht nehmen lassen die Mädels nach einem Foto auf der Torte zu fragen.

Das Essen ist teuer! Wir haben knapp 35€ gezahlt für unsere kleinen Snacks und zwei Getränke, die zwar lecker waren aber absolut keinen Durst löschen konnten. Das zahlen wir normalerweise im Takumi in Düsseldorf für zwei Ramen-Menüs. 😐 Geht auf keinen Fall durstig und hungrig dort rein, glaubt mir. :D Dennoch war es mal echt cool das Ganze zu sehen und bei weitem haben wir nicht jeden Raum begutachten können. Man verliert auch wirklich schnell die Orientierung, muss ich sagen. :D Ich ließ es mir nicht nehmen noch ein Shirt zu kaufen (Es stand Größe XL drauf aber trägt sich wie XXXXL XD) und ein Foto mit den Showgirls zu machen und als Dank für meinen Einkauf brachte mir eines der Mädels eine kleine, selbstgemachte Zeichnung an den Tisch. Das war schon wirklich niedlich!

Ob es sich gelohnt hat? Nunja, für einen super verrückten Ausflug und knallbunte Selfies vor einer außergewöhnlichen Kulisse, ja. Aber stellt euch auf einen teuren Spaß ein, der auch wirklich nicht mehr ist als das. (:
Ich möchte an dieser Stelle nicht sagen, was das Shirt gekostet hat… xD Jedes Bandshirt ist günstiger. 🤐 Aber hey, Urlaub! Und es ist einfach mega gemütlich zum Chillen. :D

Besuch im Roboter Restaurant

Joe hatte das rausgesucht und ich konnte nicht nein sagen, weil seine Augen so sehr leuchteten. :D
Ich sage es ganz ehrlich: Das Ganze ist eine kitschige Touri-Falle. Naja, ,,Falle“ nicht direkt, weil man ja weiß worauf man sich einlässt, aber am Anfang wird man in einen großen, kitschigen Raum mit allen anderen Gästen geführt und das Personal schreit wild durch die Gegend, um Anweisungen zu geben und den Leuten Snacks und Getränke anzudrehen. xD Eine Cola hat uns 4€ gekostet und die Snacks waren auch nicht günstiger. Zum Glück hatten wir Popcorn und Getränkegutscheine, die wir während der Show einlösen konnten.
Als es nach einer halben Stunde Wartezeit endlich soweit war, konnten wir Platz nehmen, an viel zu engen Tischchen, die aneinandergereiht zwei Mini-Tribühnen bildeten. In der Mitte war ein breiter Gang.
Wir mussten ein ,,Duck-Training“ absolvieren und uns wurden die Verhaltensregeln erklärt.
Die Show ansich war beeindruckend! Diese ferngesteuerten Maschinen verblüfften mit gigantischen Aufbauten und man hätte wirklich nicht gedacht, dass das, was sich da abspielte wirklich in den engen Gang zwischen den Tribühnen passte. xD

Mit voranschreitender Show wurden die Darbietungen jedoch ein wenig langweilig und das Ende, was eine ,,Parade der Weltnationen“ zu Michael Jackson Songs darstellen sollte, hätte man sich auch sparen können.
Alles in allem würde ich nicht noch einmal rein gehen. Ich hatte unter einem ,,Restaurant“ einfach etwas anderes erwartet, als von teurem Snack-Stand zu teurem Drink-Stand gescheucht zu werden, wie eine Schafherde. Es war wirklich krass anzusehen, und wenn man sich auf horrende Preise und lautes Geschrei seitens der Mitarbeiter einstellt, dann wird man es mit einem Lächeln überleben. :D

Achso, und weil die Welt wirklich winzig klein ist, haben wir doch glatt diese beiden hier im Publikum entdeckt! Nachdem die Show vorbei war gab’s noch ein Foto und einen kleinen Spaziergang, bei dem von den wundersamen Orten in Japan geschwärmt und Erfahrungen ausgetauscht wurden und dann trennten sich die Wege auch schon wieder.

Schon zum zweiten Mal geplauscht und immer noch sympathisch!

Achso, Regenzeit? ☔️ Pah, nicht mit uns.

Als ich einer Freundin erzählte, dass wir im Juni nach Japan fliegen würden, zog sie scharf die Luft zwischen den Zähnen ein. ,,Das ist in Japan Regenzeit. Überlegt es euch nochmal. Deswegen war euer Flug bestimmt so günstig.“
Sie hatte mir wirklich Angst gemacht und wir überlegten hin und her, ob wir wirklich fliegen sollten.
Aber soll ich euch was sagen? Hauptsächlich war es im Juni unglaublich schwül und sobald man einen klimatisierten Raum verließ und auf die Straße trat, wurden die Klamotten klamm und klebten an der Haut. xD Schön war das nicht und auch wirklich anstrengend aber von 3 Wochen mussten wir uns letztendlich bloß 2 oder 3 überdachte Aktivitäten suchen. :D Bei einer davon haben wir uns auch mit Stephanie und Micha von The Hangry Stories getroffen und haben zusammen das TeamLab Planets besucht.

Kurze Zeit nach unserer Abreise Ende Juni fing dann ,,das große Schütten“ an. XD Da sind wir froh, dass wir dann doch so glimpflich davongekommen sind! Wir hatten zwar auch bewölkte Tage zwischendurch aber im Durchschnitt hat doch öfter die Sonne geschienen.

Was wäre ein Japanurlaub ohne Kulinarik?
(Oder: Spachteln, spachteln, spachteln.)

Auf’s Essen bin ich im ersten Teil gar nicht richtig eingegangen. Es ist aber auch wirklich schwierig das alles in einen Post zu stopfen. :D So gut kenne ich mich mit der japanischen Küche auch nicht aus aber eins soll gesagt sein: In Japan kann man unglaublich gut und unglaublich günstig essen!

  • Getränkeautomaten findet man an jeder Ecke!
  • Ja, okay, vielleicht haben wir uns von Gyoza und Ramen ernährt… xD
  • Für Joe: Spaghetti mit Würstchen
    Für mich: Fluffiger Pancake mit Eis
  • Leckeres Parfait mit Pudding als Topping. :D
  • Köstliche Burritos in Akasaka – ,,The Pink Cow – Burritos & Beer“
  • Endlich ein Karpador Taiyaki!
  • Japanisches Frühstück: Gebratener Fisch, Misosuppe und Reis
  • Leckeres Curry in ,,The Bowl“. Für Joe mit Fleisch und für mich mit Gemüse
  • Leckeres Essen im ,,Kirin City“ Biergarten
  • Oops, so schnell weg!
  • Köstlich, mit Zitrone!

Ich kann kein Japanisch – Kann ich mich trotzdem in ein Restaurant trauen?
Definitiv. Mein Japanisch reicht gerade mal bis dahin, dass ich Wörter wie ,,Coca Cola“, ,,Ginger“ oder ,,Bier“ lesen kann. :D ,,Hallo“, ,,Guten Tag/Abend“, ,,Danke für das Essen“, ,,Vielen Dank“ und ,,Lecker!“ sind auch noch abrufbar.
Wir hatten alle Fälle: Von Speisekarten komplett auf Japanisch bis hin zu den Automaten, bei denen man nur auf die Bilder klicken, das Geld einwerfen und den ausgedruckten Zettel mit seiner Bestellung drauf abgeben muss. Es hat alles sehr gut funktioniert!

Die meisten Bilder sind von Joe – ich hab dann meistens schon reingehauen, also musste er die Food-Fotos machen. XD Zu all dem Fleisch habe ich mich so gut es ging mit einer vegetarischen Variante vergnügt. (: Vor allem die Parmesan-Frühlingszwiebel-Gyoza mit Zitronensaft und Gewürz-Salz werde ich niemals vergessen… 🤤 Gegessen in einem großen, modernen Restaurant namens ,,Gyoza“. XD Die Kellnerin war Feuer und Flamme auf englisch mit uns zu sprechen und man merkte ihr irgendwie an, dass sie ziemlich stolz auf sich war und sich professionell fühlte. Sehr sympathisch! <3

Unsere erste Schale Ramen hatten wir in einem Mini-Lädchen, in dem man nur am Tresen sitzen konnte. Ich wollte wirklich nicht rein, weil niemand sonst drinnen saß, aber Joe meinte, es sei im Internet gut bewertet.
Die Besitzerin, die gleichzeitig auch die Köchin war, wie sich herausstellte, begrüßte uns freundlich. Ich würde sie auf Ende 50 schätzen. Im Hintergrund lief eine japanische Soap und wir stellten fest, dass das Menü komplett auf japanisch war. Urgs! ,,Na toll.“ flüsterte ich durch mein Lächeln aber Joe ließ sich nicht beirren.
An der Wand hing eine Karte mit ein paar Bildern und wir setzten den Google Übersetzer mit Kamerafunktion ein, der uns auf der Reise gute Dienste leistete! Wir bestellten, indem wir auf die Gerichte zeigten und nachdem die Köchin zwei Gläser mit eiskaltem Wasser vor uns abgestellt hatte machte sie sich sofort ans Werk. (Hier könnte sich Deutschland gerne einmal eine Scheibe abschneiden und die Sache mit dem kostenlosen Wasser übernehmen!)
Schnell stieß dicker Dampf unter den Topfdeckeln hervor und sie bewegte sich geschmeidig wie eine Katze von Topf zu Top, Schneidebrett zu Schneidebrett. :D Flink wurden 12 Gyoza von Hand gefüllt und meisterhaft gefaltet. Frühlingszwiebeln wurden gehackt und nach wenigen Minuten war der kleine Laden bis zum überquellen gefüllt mir köstlichem Duft.
Mir knurrte der Magen und ich sah mich ein bisschen um. Mir fiel jetzt erst auf, dass mich viele kleine Augen anstarrten! Überall waren Actionfiguren und sonstige kleine Geschöpfe aus Holz, Plastik oder Papier platziert worden, ob Godzilla, Kartoffelkopf oder ein kleiner Cowboy, der um einen baumelnden Holz-Kochlöffel geknotet worden war. Überall gab es etwas zu entdecken und ich find an mich zu entspannen und wohl zu fühlen.
Die dampfenden Suppen wurden aufgetischt, die Gyoza über den Tresen gereicht. Auf englisch wünschte sie uns einen guten Appetit und wir lächelten glücklich zurück.
Es war fantastisch. Irgendwie messe ich dann doch immer an Takumi, weil es dort so gut schmeckt aber dass Ramen so eine Vielfalt in petto haben – daran dachte ich nie. Der erst etwas säuerlich, salzige Geschmack wich einer buttrig milden Süße. Ich mischte Butter und Mais mit der Brühe und beobachtete den goldenen Schimmer auf der Oberfläche. Die Gyoza waren fantastisch und wir legten die Stäbchen erst wieder hin, als wir komplett fertig waren. Sogar das Trinken hatten wir vergessen. :D
Erwartungsvoll nahm die Frau unsere Schalen entgegen und Joe wusste sich nicht anders zu helfen, als auf englisch zu sagen: ,,It was very delicious!“. Eine leichte Röte stieg ihr ins Gesicht und verlegen sagte sie: ,,Thank you!“ Wir strahlten. Ich bedankte mich auf japanisch für das Essen bei ihr (,,Gochisousamadeshita!“ | ごちそうさまでした!“) und wir wollten gerade gehen, als sie mir etwas entgegen hielt. Etwas sehr kleines, dessen Form ich jedoch gut kannte. Einen winzigen Papierkranich!
Ich war so perplex über diese Geste, dass ich den Kranich in ihrer Hand wie ein Schwachkopf anstarrte, was sie wohl als Unwissenheit interpretierte und mir erklären wollte, was das für ein Tier sein sollte. ,,It is japanese…. uh….“, sie flatterte mit den Armen wie ein Vogel, flötete und statt noch erstaunter auszusehen, nahm ich endlich den Kranich entgegen und bedankte mich tausend Mal. Sie hatte ihn hinter dem Tresen gefaltet, während unser Essen vor sich hin köchelte.
Grinsend verließen wir das kleine Restaurant und waren glückselig. Was für eine tolle Erfahrung! (: ❤

Eine weitere schöne Geschichte, von der ich gerne erzählen möchte ich die des ,,ungehobelten Hawaiihemdes“. Ich weiß nicht mehr genau wo wir da waren aber es war kurz vor dem Rückweg zu einer unserer Unterkünfte irgendwo in Tokio und wir machten noch eine kleine Rundeum den Bahnhof, um unsere knurrenden Mägen zu füllen. Man müsste meinen, dass wir eigentlich im Strahl kotzen müssten, sobald wir eine Schale Ramen sehen aber nein – da geht noch was! :D Joe liebt einfach Ramen und so durfte er erneut ein wenig in den Google Rezensionen stöbern, bis er etwas im Umkreis fand.
Wieder ein kleiner Laden, wieder nur Plätze am Tresen. Ein einzelner, beschäftigt aussehender Koch stand hinter der lang gezogenen Holztheke. Wieder war niemand sonst dort. Wieder musste ich mit rein. :D
Wir wurden begrüßt und mussten wieder von unserem Foto-Übersetzer Gebrauch machen. :D
Nachdem wir bestellt hatten – der Klassiker: Ramen & Gyoza – torkelte eine Gruppe Geschäftsmänner herein. Sie bestellten eine große Flasche Bier (Eine Flasche für 3 Leute XD) und schenkten sich in die kleinen Gläser ein. Das nenne ich Feierabend! :D
Wir bekamen unser Essen und waren auch diesmal begeistert. Die Gyoza wurden handgemacht, das Gemüse frisch geschnitten. Natürlich waren die köstlichen Teigtaschen schnell weg und zum Abschluss bestellten wir noch einmal eine Portion nach. Ich versuchte es sogar auf japanisch und wurde verstanden, jedoch war ich verunsichert durch die Reaktion des Kochs, der uns ungläubig ansah und noch einmal auf gebrochenem Englisch nachfragte, ob wir auch wirklich noch eine Portion haben wollen. Wir nickten eifrig. Plötzlich wurde sein hartes Gesicht durch ein lautes Bellen aufgebrochen, was wohl seine Art zu lachen war. :D Er nickte fröhlich, seine Wangen wurden pink und eifrig machte er sich daran neue Gyoza für uns zu machen. Er präsentierte sie uns diesmal als würde er eine Juwelenkette auf einem Samtkissen über den Tresen heben.
Ich weiß nicht was genau es war, aber irgendetwas gab mir das Gefühl, als habe er nicht damit gerechnet, dass das japanische Essen ein paar Ausländern schmecken würde. :D Umso erstaunter und fröhlicher war er, nachdem wir noch einmal nach bestellt hatten.
Plötzlich trat ein wuchtiger, gebräunter Mann mit wilden schwarzen Locken und in einem dunkelblauen Hawaiihemd durch die Tür. Er sah für mich aus wie das Sinnbild eines Hawaiianers. xD Er setzte sich und bestellte. Sagte weder Danke noch bitte. Nichts. Als er sein Essen bekam starrte er auf seinen Handydisplay und sah weder das Essen noch den Koch auch nur kurz an.
Wir tauschten einen Blick und dachten das Gleiche: Was für ein ungehobelter Typ. Ätzend.
Nachdem wir in ein Gespräch vertieft waren kümmerte er uns aber nicht mehr und wir schlürften munter den Rest Suppe aus. 😬

Das Hawaiihemd neben uns stand auf und legte dem Koch einen Schein hin. Dann deutete er auf uns, sagte etwas, der Koch sah zu uns rüber, verbeugte sich mehrfach und wollte ihm den Schein wieder zurück geben.
Geschockt meinte ich zu Joe, ,,Hat er sich etwa gerade beschwert, dass er neben Ausländern sitzen musste? Der Koch möchte sein Geld nicht annehmen.“ Joe sah betreten auf die Tischplatte. Mit einem Mal fühlte ich mich unfassbar unwohl und murmelte ,,Okay. Lass uns bitte gehen. Bitte lass uns gehen.“
Joe zückte die Brieftasche und kramte darin herum als der Koch plötzlich mit der Hand herumwedelte: ,,No! No! Uh… He paid. He paid. He’s my friend. He paid for you.“, brachte er in gebrochenem Englisch hervor und wir starrten die beiden wie Trottel an, dann uns, dann wieder sie, Joe das Geld immer noch in der Hand.
Das Hawaiihemd hob einen Daumen, sagte ,,Enjoy Japan.“ und trat – begleitet von unseren gestotterten Danksagungen und Verbeugungen – ohne ein weiteres Wort raus in die Nacht. Dann war er verschwunden.

Wir bedankten uns bei dem Koch auf japanisch für das gute Essen und taten es ihm gleich.
Diese Situation war so unfassbar, dass wir beide erst einmal nach Luft schnappen mussten, bevor wir wirklich etwas dazu sagen konnten. :D ,,Und ich dachte noch, was für ein unhöflicher Typ das ist… Ich komm mir so blöd vor!“, sagte ich und fasste mir an die Stirn. Joe strahlte über das ganze Gesicht, ,,Wie nett kann man bitte sein? Das ist ja sowasvon nett! Wir haben ihm so unrecht getan.“

Danke, Mann im Hawaiihemd! ❤ Du bist einer der Gründe, wieso unsere Reise so wunderbar war. Du hast uns mal wieder gezeigt, dass man sein Urteil nicht so schnell fällen sollte!

Sonstige tolle Dinge

Hier noch eine kleine Galerie mit Eindrücken, Highlights und Schnappschüssen, die sich auf unseren Handys angesammelt hat. Viiiiel mehr davon – auch unseren Ausflug ins Tokyo Disney Sea! – findet ihr in meinem Instagram Profil in den Japan-Highlights. (:

  • Mein erstes frozen Beer! Waren im ,,Kirin City“ Biergarten
  • Dazu heiße, gesalzene Edamame und ich bin im 7. Himmel!
  • Eine Portion Konpeito für 100 Yen
  • Tiekcts für’s Tokyo Disney Sea haben wir im Seven Eleven gekauft, mit Hilfe einer netten Kassiererin
  • Abstecher ins Gundam Café in Akihabara!
  • Die Laterne ist fast so groß wie ich!
  • Hier gibt’s heiße Maronen
  • Ein Shinkansen
  • Super verrückte Läden im UG einer Mall
  • GODZILLA!
  • So niedlich!

Das große Anstarren

Etwas, das ich nicht vermissen werde, wenn wir wieder nach Deutschland reisen ist das Anstarren. xD
Nachdem wir in Tokio angekommen waren und unsere erste Fahrt mit der Bahn antraten, wurde mir von einer kleinen hutzeligen, alten Japanerin wieder in Erinnerung gerufen, was es bedeutet ,,Ausländer“ in Japan zu sein. Gut, Joe ist auch wirklich ein exotischer Blickfang, mit seinem Bart, dem langen Haar, dem töttowierten Arm und seinen 1,86m. XD
Das sah die alte Frau genau so und folgte uns mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und langsamen Trippelschritten quer über den Bahnsteig. Wenn wir stoppten, tat sie es uns gleich. Wo wir auch hin gingen, sie folgte uns um uns in aller Ruhe anstarren zu können. 🙄
Ich wünschte so sehr, ich könnte fließend japanisch sprechen. Dann hätte ich sie fragen können, ob ich ihr helfen könne. xD Bei all den Verhaltensregeln, die wir uns zu merken versuchten und die die Japaner sich gegenseitig auferlegten ist Anstarren okay?! Das kann ich mir kaum vorstellen. Sowas macht man einfach nicht. Und sie hat den Blick wirklich ausgiebig von Kopf bis Fuß und wieder zurück zum Kopf schweifen lassen, während sie genau vor uns stand. xD Das mag ich wirklich nicht.

Apropos: Was ich an Japan nicht mochte… 🤔

So schön es auch sein mag sich endlich diesen Traum erfüllen zu können, so gefasst muss man auch darauf sein negative Eindrücke zu bekommen.
Diese waren nicht allzu häufig vertreten, aber hier und da waren wir wirklich verblüfft, verunsichert und auch verärgert.

Die Ignoranz der Japaner ist unübertroffen. xD Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen.
Am Tag unserer Abreise mussten wir den Zug zum Flughafen erwischen. Wir sind zwei Stunden vorher zum Bahnhof aufgebrochen, um noch einen Puffer zu haben, sollten wir uns verlaufen.
Nachdem wir feststellen mussten, dass die Zeichen auf den Schildern nicht mit denen auf unseren Handys übereinstimmten, versuchten wir beim Bahnhofspersonal Hilfe zu suchen – leider vergebens.
Man schickte uns auf’s Gleis A und wir konnten mit ansehen, dass unser Zug auf Gleis B einfuhr und auch abfuhr. Unruhig machten wir uns wieder auf den Weg nach unten, dann die Treppe hoch zum anderen Gleis.
Nun konnten wir von dieser Seite aus sehen, wie der Zug auf Gleis A einfuhr. Es war der Horror. Wir nahmen die Beine in die Hand, um den Zug zu erwischen und mussten feststellen, dass die Reisenden sich bereits brav und ordentlich in einer Reihe am Gleis aufgestellt hatten – bis zum Rand des gegenüberliegenden Gleises!
Sie sahen uns kommen, starrten uns an und gingen keinen Millimeter aus dem Weg. Niemand verließ seinen Platz in der Reihe. Ich konnte mit einem lauten ,,Sumimasen!“ noch hindurch schlüpfen, aber Joe krachte hinter mir mit voller Fahrt in die Anzugträger. Sein Koffer kippte um, er fluchte und zerrte den krächzenden Koffer hinter sich her. Die Männer starrten ihn verwirrt an, klopften sich das Sakko zurecht und stellten sich zurück an ihren Platz. XD
Wir hatten das Gefühl, als seien wir in eine Reihe Plastikbecher hineingerannt. Keine Reaktion – nichts.

Auch mussten wir feststellen, dass ,,Sonderwünsche“ in Restaurants nicht gerne gesehen sind. :D
Später lasen wir – nachdem nicht nur eine Bedienung merkwürdig verhalten reagiert und kopfschüttelnd abgewunken hatte – dass ,,die Köche sich bei der Zusammenstellung der Zutaten etwas denken und es unhöflich sei, diese Gerichte einfach zu ändern“. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt, aber von da an haben wir es aufgegeben etwas ,,bitte ohne Oktopus“ zu bestellen und entschieden uns einfach für ein anderes Gericht. Das hat mich wirklich sehr verwirrt und wenn es Jemand besser weiß, dann immer her mit der Info! (:
Wenn das wirklich so unhöflich ist und überall nicht gerne gesehen ist, dann muss man das wohl einfach so akzeptieren! xD

Wir hatten ab und zu das Gefühl, als hätten die Leute manchmal Angst davor, mit uns zu reden. :D Ich hatte ständig das Gefühl, als sei man ein Korken auf dem Wasser, der einfach nicht untergehen wollte. Sobald wir vergessen hatten, dass wir sonderlich durch unser Äußeres hervorstechen, wurden wir von irgendjemandem daran erinnert. Ich hatte auch ab und zu das Gefühl, als würden wir ,,stören“. Wenn wir zum Beispiel an einem kleinen Food Stand ankamen, an dem ausschließlich Japaner saßen, haben wir uns nicht getraut uns dazuzusetzen, weil man nunmal angestarrt wird. Weil man irgendwie nicht dazu gehört. Wisst ihr, was ich meine?
Das kann natürlich manchmal wirklich sein und manchmal einfach Einbildung. Aber ich würde mir wünschen, dass die Japaner irgendwann komplett die Angst vor Ausländern verlieren würden. :D Dann müsste ich mir nicht dauernd einbilden, ich sei ein unerwünschtes Individuum.

Mein Fazit

Was soll ich sagen? Es gibt noch jede Menge unerforschte Eckchen und Winle in diesem Land und wir möchten unbedingt dieses Jahr noch einmal dorthin! (:
So unangenehm einem manche Situation auch sein mag und so verloren man sich manchmal fühlt, gibt es doch immer wieder erfreuliche und schöne Erlebnisse – mit und auch ohne Einheimische -, die einem den Tag versüßen. 💘 Was ich damit sagen will ist: Ich würde immer wieder hinfliegen! (:

Wenn ihr Fragen habt oder Anregungen, vielleicht die ein oder andere Ergänzung oder Antwort auf meine Fragen, dann immer her damit! (: 💘

Damit das hier nicht ZU lang wird kommen demnächst noch Posts zu unserem Ausflug nach Enoshima, unserem Besuch im Pokémon Café und noch ein paar mehr Erlebnisse! ^_^

Viiiiiel mehr Japan gibt’s in meinen Japan-Highlights
auf meinem Instagram Profil!

Bis bald! 💘

3 Comments

  1. Awww~ war schön deinen Eintrag zu lesen da ich sehr viel nachvollziehen kann ^_^ Wir waren jedoch im März/April in Japan weshalb wir schönes Frühlingswetter hatten. Aber sag mal, wieso seid ihr denn im TeamLab Barfuß? War das Anweisung oder war euch einfach so warm? xD Wir waren auch dort und hatten unsere Schuhe an…

    • Caddü Reply

      Oh, du glaubst ja gar nicht, was mir dein Kommentar bedeutet! :D <3 Leider wurden dank WordPress Word Fence alle Kommentare im Blog gelöscht. Ich war so traurig...

      Wir mussten bereits am Anfang die Schuhe ausziehen, da es viele Bereiche mit Wasser gab! (: Oder Glasboden, oder aus Stoffkissen. TeamLab Planets ist nochmal etwas anderes. Wir hatten zB. nicht den Wasserfall oder den Raum mit den Laternen! Fand ich zwar schade, aber das war auch echt beeindruckend. Vor allem mit dem Wasser. :D

      <3

      • Ah okay! Dann habe ich es tatsächlich mit dem TeamLab Borderless in Tokio verwechselt! Die Bilder sehen identisch aus!

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