Schon wieder hänge ich einem Ereignis seit einem Jahr hinterher, aber das macht mir jetzt nichts. Ich möchte mehr bloggen! (: Tröpfchenweise plätschern immer mehr Schottland-Bilder in meinen Instagram Account hinein und ich dachte mir, dass es endlich Zeit für einen neuen Blogpost ist!

Sonnenuntergang in den Highlands

Schon als wir am Flughafen ankamen, wurden wir mit einem starken Regenguss begrüßt. Wer uns kennt weiß aber, dass uns das überhaupt nichts ausmacht. Im Gegenteil: Zu Ländern wie Irland, Schottland, England, … gehört mindestens ein verregneter Tag einfach dazu. Ansonsten haben wir das Gefühl, es nicht richtig ausgekostet zu haben. :D Ich finde, dass auch Schottland eine ganz andere, mystischere Seite nur bei Regenwetter oder trübem Himmel und Nebel zeigt. Es gibt einfach kein „schlechtes Wetter“. (:

Unsere erste Nacht verbrachten wir in Edinburough und waren sofort verliebt. Die alten Gebäude und die Seele der Stadt sind einfach wunderschön. <3

Sonnenuntergang in Edinburough. (: Auf der Suche nach Futter!

Unser Air BnB war in einem sehr alten Gebäude. So alt, dass die Klingel über eine Kordel ausgelöst werden musste. :D Witzig. Schön, dass man sie nicht einfach durch eine moderne Klingel ausgetauscht hat. (: Ohnehin liebe ich die Atmosphäre, die diese alten Mauern ausstrahlen. Bei uns in Deutschland sind ja leider viele Städte mit Betonblöcken aufgefüllt worden. Schnörkeleien und kunstvolle Hingucker sind verschwunden. :(
Hier lässt man aber einfach die Geschichte sein, wie sie ist. Es wird mit Liebe gepflegt und selbst in einer Einkaufspassage wurde so viel wie möglich im Originalzustand gelassen. <3 Einfach toll.

Von den Lowlands in die Highlands

ENDLICH. Endlich war es soweit. Ich würde die Highlands kennen lernen! So super magisch und verwunschen klingt der Name gar nicht mehr, wenn man „Hochland“ draus macht und einsieht, dass damit einfach nur die höhere Lage gemeint ist. Denn genauso wie die Highlands gibt es natürlich auch die Lowlands. :D
Aber diesen Gedanken wollen wir ganz schnell wieder wegwischen! XD Bleiben wir verzaubert. <3
Für mich heißt Highlands etwas ganz bestimmtes. Mit dem Wort verbinde ich ein Gefühl, das mir am Herzen zieht, das reißt und mich in Gedankenwälder treibt, in denen ich mich verlaufe und verliere. Abenteuer, wilde Natur, raue Steine und Felsen. Weiches, dunkelgrünes Moos und kratzendes Kraut. Eine Farbenpracht, die seines Gleichen sucht.
Wenn man an mancher Stelle die Touristen in ihren kreischend bunten Regenjacken und Stirnbändern ausblendet, dann könnte dieser Traum auch mit Fantasie wahr werden… :D

Eilean Donnain – kurze Anekdote zur sehr langen Geschichte

Hier sieht man Eilean Donnain oder auch Eilean Donan Castle. Bei Flut ist die kleine Insel nur durch die steinerne Brücke erreichbar. (: Auch hier steckt eine absolut unglaubliche Geschichte hinter, wurde sie doch von verschiedenen Clans und Truppen besetzt, wurde Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen und Hinterhalte, beherrbergte Gefangene, wurde belagert und bombardiert und schließlich 1719 mit 300 Fässern Schießpulver in die Luft gesprengt, bis im 20. Jahrhundert die Aufbauarbeiten begannen…
Noch heute ist Eilean Donnain im Besitz eines Clans. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann hier klicken. (:

Wandern zum Old Man of Storr! Von Portree aus machten wir uns auf den Weg zur Insel Skye, die zu den Inneren Hebriden gehört.
Die Farben und Landschaften sind hier noch einmal ganz anders und einfach unbeschreiblich. (: Klar liegt hier auf dem ein oder anderen Bild ein Instagramfilter (Musste sie kurzerhand von meinem eigenen Profil klauen. :D) aber auch ohne ist es einfach nur erstaunlich. <3 So etwas habe ich noch nie gesehen.
Es war ein ganz schöner Fußmarsch da hoch. XD Aber wir haben es geschafft und die Aussicht war die Belohnung. <3 Nach so einem Fußmarsch sind wir am Ende des Tages völlig platt ins Bett gefallen. :D

Von Ladies & Lairds

Irgendwie möchte man ja doch fest daran glauben, dass auf dem Streifzug durch die Heide ein magisches Wesen erscheint oder ein strammer Schotte vorbeispaziert und einen in seine Burg verschleppt. Vielleicht habe ich zu viel Outlander gelesen. Das könnte aber auch ein Gerücht sein!

Unser Weg führte uns quer durch das Land, weg von Edinburough, rauf zum Loch Lomond, an dem wir das erste Mal parkten, um auszusteigen und ein Stückchen durch den Nieselregen zu spazieren. (:

Wir müssen ausgesehen haben, wie Trottel. XD
„Oh wow, das ist ja atemberaubend! Wow, das ist so fantastisch, ich kann es kaum glauben, wie schön es ist!“ Zwischen einer Parkbank, einem Mülleimer und tropfenden, vom Wind umgeknickten Bäumen.
Aber das war uns egal! :D Die Einheimischen mögen den Anblick bereits gewohnt sein, aber für uns Ausländeralien aus dem Ruhrpott ist jeder verdammte, schlamm bespritzte, schottische Stein etwas außerordentlich Magisches!

Wieder ins Auto und weiter nach Glencoe, wo unser nächstes Air BnB auf uns wartete. (:
Debby und Frieda sind vor einiger Zeit dorthin gereist, um Fotos zu machen. Ich beneide sie sehr und schaue mir die Fotos immer mal wieder an, weil sie so wunderschön sind. Hier, hier und auch hier kann man einen tollen Blick in ihre Eindrücke und die fertigen Bilder werfen. (: Ich bin jedenfalls sehr verliebt. <3

Glencoe ist einfach sagenhaft. Ohnehin bin ich jedes Mal fasziniert davon, wie sich die Vegetation mit jedem Meter, den man „höher“ kommt ändert. Sie wird rauer und kratziger, felsiger und die Kanten werden schärfer.
Ich bekomme Herzklopfen, wenn ich daran denke. Es zieht mich jedes Mal wieder in diese Richtung, egal wie sehr ich einen sonnigen, entspannten Strandurlaub nötig hätte. Das Herz will, was das Herz will. ;D
Auf unserem Weg durch die Highlands, entlang der sich schlängelnden Straßen, stießen wir auf viele verwahrloste Ruinen: Burgen, Wohnhäuser, Ställe, …
Das mag für den ein oder anderen nun lächerlich klingen, aber ich bekomme Fernweh nach der Vergangenheit, wenn ich so etwas sehe. Ich wünschte, die Steine könnten sprechen, könnten erzählen, wer dort wohnte, wann sie fort gingen und warum, wer die Menschen waren.
Sicherlich würde man auch die ein oder andere blutige Gruselgeschichte zu hören bekommen, aber auch das gehört leider zur Geschichte unserer Welt dazu.
Die Zeit der Clans, Ladies und Lairds, in der der Mann noch Schottenrock trug und mit dem Schwert kämpfte, Reisen auf dem Pferd oder in der Kutsche bewältigt werden mussten, die Knie immer dreckig waren und man an einer Erkältung ganz einfach sterben konnte. Als es kein elektrisches Licht gab und die Straßen ins tiefschwarze Nichts verschwanden. Man sich hilflos in den Bergen verlaufen und leicht den Tod finden konnte…
Sicherlich waren die Zeiten nicht sehr wohlriechend, einfach und romantisch. Aber ich denke, dass nicht alles grauenhaft und unertragbar gewesen ist. Ich würde es so gerne erfahren!

Unter den Bildern findet man auch welche, die bei den Fairy Pools in Glen Brittle entstanden sind. (: Dort hatte ich einen wirklich intensiven Glücksmoment, als mir der Regen ins Gesicht peitschte, es von meiner Nasenspitze tropfte, ich die Kamera unter meiner Jacke vor dem Wasser verstecken musste und meine Hose durchtränkt war. In dem Moment musste ich einfach ganz breit grinsen und war glückselig. Warum weiß ich auch nicht. Die wenigen Touristen, die sich bei dem Wetter in die Berge getraut hatten, machten Kehrt und sich auf den Weg zurück, zu den Autos. Nur wir kämpften uns weiter voran und waren irgendwann ganz allein inmitten der schottischen Pampa, umgeben von scharfen Felsbrocken und eiskaltem Wasser, morschem Holz, kratziger Heide. Ich war einfach unglaublich glücklich in dem Moment. :D Vollkommen durchnässt, aber glücklich.
Zurück im Hostel nahmen wir eine heiße, lange Dusche und machten uns auf in die Stadt, um etwas zu Futtern zu finden. (:

We are the dead, short days ago. We lived, felt dawn, saw sunsets glow. Loved, and were loved, and now we lie in Flanders Fields.

Col. John McCrae

Das Hauptquartier von Black Jack Randall

Mein kleines Herz schlägt einfach für bärtige, schroffe Männer mit Schwertern auf Pferden und langem Haar (hust) und gewitzte Mädchen in Kleidern mit massig viel Stoff, die sich um ihren Hals werfen und die Küsse nach Whisky schmecken. Tut mir Leid! An mir ist eine perfekte Schottin verloren gegangen. :D

Als kleiner Outlander-Fan musste ich natürlich den ein oder anderen Drehort auf unserer Route besuchen und so schlug mein Herzchen höher, als wir wirklich ein paar davon besuchen konnten! (:
So hielten wir am Doune Castle in der Nähe von Stirling an, welches in der Serie als Burg Leoch vorkommt. Man soll sich dort sogar Kostüme für Fotos ausleihen können. :D Aber das habe ich erst später, durch einen anderen Blogpost erfahren. Wäre mir sicher aber auch viel zu peinlich gewesen, alleine in einem Kostümchen durch den Burggarten zu steigen. :D
Direkt in der Nähe von Glencoe befindet sich Fort William. Dort wartete unser nächstes Air BnB auf uns und ebenfalls das berühmte Blackness Castle, welches Black Jack Randall als Hauptquartier diente. :P
„Genau hier, stand Jamie Fraser.“, flüsterte ich ehrfürchtig, während Joe mich aus dem Augenwinkel anschaute und nicht wusste, ob er loslachen oder einfach beschämt weggehen soll. XD
Aber von dem ganzen Outlander Kram abgesehen, haben die Gemäuer auch immer ihre eigene, faszinierende Geschichte, bei der ich mir das eine oder andere Tränchen verdrücken musste.
Diese Steine haben so viel gesehen, so viel mitgemacht. Über viele Jahrhunderte hinweg! Und einige von ihnen sind heute noch da und haben Kriege überdauert. Das ist der Wahnsinn und bereitet mir immer wieder Gänsehaut.

Ein Ausflug nach Lallybroch

… aka Midhope Castle. Leider wurde es – bereits vor den Dreharbeiten – durch ein Feuer zerstört. Die riesige, wunderschöne Holztreppe fiel dem Feuer unter anderem zum Opfer.
Die Filmcrew hatte im Inneren zwei der Räume durch Tapeten, Möbel und Accessoires wieder auferstehen lassen, habe ich mal gelesen. Leider konnte man nicht rein schauen. Nur durch ein paar Ritzen im Stein und zwischen den Holzbrettern, mit denen Fenster und Türen zugenagelt worden waren, war es möglich den ein oder anderen Blick ins Innere zu erhaschen.

So langsam verfällt Midhope Castle leider, weil sich niemand darum kümmert. :( Wirklich schade.
Trotzdem war es ein kribbeliges Gefühl, als wir davor standen und den weichen, durchnässten Weg entlang darauf zu gingen. (:

Burg Leoch, aka Doune Castle haben wir auch besucht. (: Natürlich mit Baugerüst vorne dran, weshalb die Bilder nicht so schön geworden sind. xD Naja!

Köstliches Schottland!

Zum ersten Mal hatte ich Fish and Chips (was ja nichts anderes als gebackener Fisch mit Pommes ist, sich aber nicht so besonders anhört XD). Minz-Erbsen – ich weiß noch nicht, ob ich sie mögen oder hassen soll. :D
Dazu gab es köstlichen, heimischen Whisky: Fraiser of Scotland – Blended Scotch Wihsky mit wilden Erdbeeren verfeinert. <3 Köstlich! So köstlich, dass ich Joe im selben Jahr eine Flasche aus Schottland zu Weihnachten importiert habe. :D Der ist hier wirklich kaum zu bekommen!
An einem besonders kühlen Tag sind wir, nach einem Spaziergang am Hafen, in einem kleinen Restaurant untergekommen. Der Heizlüfter stand direkt neben unserem Tisch, was ich sehr willkommen hieß. (:
Ich bestellte hausgemachte Kartoffelsuppe mit frisch gebackenem, gebutterten Brot und die Kellnerin brachte sie flink! Ihre Wangen waren gerötet, die Schürze blütenweiß und galant balancierte sie das Essen auf einem Tablett zwischen den eng stehenden Stühlen und Tischen im Raum hindurch.

  • Hier gehen wir essen! (:

Anschließend – zurück im Hostel – gab es ein heißes, langes Bad und danach ein kuscheliges, gemütliches Bett. (: <3 Es gibt nichts Schöneres für mich, nach einem laaaangen Wandertag voll Knipserei, regennasser Kleidung und durchweichten Haaren.

Der Hogwarts Express – The Jakobite

Als ich erfuhr, dass wir den richtigen, originalen Hogwarts Express live sehen können und man sogar damit fahren kann, drehte ich fast durch. :D OMG! Ich meine … hallo?

Eigentlich heißt der Zug „The Jakobite„, wurde nach den Jakobiten benannt und fährt einen Teilabschnitt der West Highland Line zwischen Fort William und dem kleinen Fischerdorf Mallaig ab. Die Strecke soll wirklich wunderschön sein und bei der nächsten Gelegenheit werden wir einsteigen! (:
Diesmal begnügten wir uns damit, eines dieser berühmten Bilder zu machen, die man dutzenderweise im Internet sieht: Man kann unter dem Steinbogen, dem Glenfinnan Viaduct hindurch einen Hang hinauf gehen und steht tatsächlich dann etwas oberhalb der Gleise! (:
Es empfiehlt sich früh an den beliebten Sammelpunkt zu reisen, denn schon nach wenigen Augenblicken hat sich die Straße und der angrenzende Parkplatz mit Autos und Bussen gefüllt!
Der Zug fährt nur wenige Male am Tag und wenn man ihn verpasst, muss man einige Stunden warten.

Ich musste schmunzeln, als ich die vielen, kreischend bunten Touristenjacken sah, die wie außergewöhnliche Blumen aus dem Hügel ragten. :D Nun gut, ich hätte nicht erwartet, dass wir hier allein sein würden.
Nach einigen Minuten des Wartens, hörte man aus der Ferne ein tiefes Grollen und ein Zischen. Kleine, weiße Rauchwolken, die hinter der nächsten Biegung zwischen den Bäumen aufstiegen, kündigten das Kommen der Dampflock an. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke!
Endlich war es soweit und die tiefschwarze Nase erschien, ächzend dunkelrote, glänzende Wagons hinter sich her ziehend. Kurz vor dem Bogen des Viaducts verlangsamte er das Tempo und stieß ein lautes Pfeifen aus. Dicker, schneeweißer Rauch quoll aus der Nase des Zuges und es ging ein begeistertes Raunen durch die Menge. Ich knipste was das Zeug hielt. Dann war er auch schon wieder verschwunden.

Ich glaube, ich habe überhaupt nicht geatmet, als der Zug über das Viaduct fuhr. :D
Im Nachhinein wollte ich mehr über die Geschichte erfahren und fand heraus, dass er seit 1901 im Einsatz ist, um die schlechter erreichbaren Dörfer und Städte mit Gütern zu versorgen. Sehr viel habe ich auf dem Blog My Highlands erfahren, auch, wann und wie man am besten buchen sollte, um noch einen Sitzplatz im gemütlichen Zug zu bekommen. (: Wer wissen möchte wie er von Innen aussieht und an welchen fantastischen und geschichtsträchtigen Orten er vorbeifährt, sollte sich den Blog einmal anschauen!

PS. Ein Huffle-Foto mit Schal konnte ich mir natürlich nicht verkneifen. :P
Danke, Joe. <3

Den letzten Abend verbrachten wir in Edinburough

Am letzten Tag wurden wir erstmal nicht vom Regen verschont. :D Ich sah ihm zu, wie er auf das gläserne Autodach prasselte, während Joe so lange eine kleine Parkinsel umkreiste, bis er endlich einen freien Platz fand. Bequem haben wir per Handy die Parkuhr aufgeladen und sind etwas durch die Straßen geschlendert.
Einen wundervollen Merchandise Shop, vollgestopft bis unter’s Dach, haben wir auch gefunden! Sooooo tolle Harry Potter Sachen. *___* Aber gekauft habe ich nichts.
Mal wieder habe ich nur an andere gedacht und habe fleißig Mitbringsel geshopped. ;D Darunter eine tolle Wolldecke aus schottischer Schafswolle, für Olga, mit Tartan Muster.
Mir habe ich eine dicke, grüne Mütze gegönnt. <3

Irgendwann kam dann doch die Sonne zwischen den Wolken raus und wir durften einen goldenen Sonnenuntergang genießen. (: Gemütlich machten wir es uns dann in einem urig eingerichteten Restaurant, in dem ich zum Nachtisch Apple Crumble in heißer Vanillesoße bestellte. *_*

Nicht Edinburough, aber ein schönes Abschlussfoto. ;)

Mein Fazit? Nun …

… ich möchte dich wiedersehen, Schottland! Und noch viele, viele deiner Ecken und Kanten entdecken! (:
Das war nicht unser letztes Treffen. <3

Write A Comment

Pin It