Meine Güte, ich weiß wirklich, wirklich, wirklich nicht, wie ich das alles jemals zusammenfassen soll. :D
Es ist ja jetzt auch schon fast ein Jahr her, dass wir dort waren und ich habe immer noch nicht alle Bilder bearbeitet, die ich bearbeiten wollte!
So richtig glauben, dass wir dort waren kann ich auch noch nicht. Mal schauen, wo ich anfangen könnte… Wie wäre es denn mit dem Anfang? ;)

Ich weiß nicht mehr, wann meine Leidenschaft für dieses Land überhaupt angefangen hat. Ich denke das war, als ich zum ersten Mal Sailor Moon gesehen habe. :D Da habe ich mich verliebt. In das Anime-Japan diverser Zaubermädchen, mit köstlich aussehendem Kuchen aber hey! Immerhin.
Damals bin ich noch zur Grundschule gegangen und wollte sein, wie Usagi Tsukino: Mit meinen Teenagerfreundinnen nach der Schule noch in die Stadt gehen und in einem Café über Jungs quatschen, hübsche Kleider im Schaufenster bewundern und einfach das machen, was Teenies so machen, wenn das Leben bunt und toll und laut und rosa ist. :D
Naja, irgendwie habe ich das dann ja auch früher oder später gemacht, aber mein Wunsch genau wie Usagi zu sein und in Japan zu leben, Schuluniformen zu tragen und die perfekten Bento zu essen, hatte sich damit immer noch nicht erfüllt. XD Also weiter träumen.

Ich weiß noch, dass ich mir sagte: „Ich möchte unbedingt nach Japan reisen, bevor ich 30 bin und in einer Schuluniform wie eine perverse Hausfrau aussehe!“ Naja, da war ich gerade mal 16 und die Welt kam mir da noch ziemlich gigantisch, einfach und magisch vor. ^_^ Ich beneide die 16jährige Caddü.
Ich habe mir so oft ausgemalt, wie es sein würde, wenn ich endlich dort bin. Und dann war ich es plötzlich. Und dann plötzlich nicht mehr und hatte all diese Bilder auf meiner Speicherkarte und ich dachte mir nur „WAARTE WAAAAAS?!“, aber da war ich auch schon wieder auf der Arbeit, an meinem Schreibtisch. :D
Ich konnte so lange gar nicht fassen, dass ich endlich dort bin, dass ich damit viel zu beschäftigt war!

Eines Abends saßen Joe und ich am PC und fanden per Zufall super günstige Flüge auf der Lufthansa Webseite. Das soll jetzt hier keine Lufthansa Werbung werden, aber eine Empfehlung möchte ich in meinem Reisebericht schon gerne aussprechen! :D Ich würde immer wieder mit dieser Fluglinie fliegen. Immer. Ich wurde auf einem Flug noch nie so umsorgt und betüttelt!
Fliegen ist eh schon nicht so mein Ding, aber dann auch noch über mehrere Stunden? Puh… Mir ging der Arsch ganz schön auf Grundeis, aber es war echt nicht so grauenerregend, wie ich es befürchtet hatte. :D
Wir haben zum Glück einen Direktflug von 11h gefunden – Auch auf der Rückreise. (: Ich habe während des Fluges auch zum ersten Mal „Magische Tierwesen“ geguckt und fand ihn echt großartig. :D Keine Ahnung, wieso ich nicht im Kino war.

Die vielen, vielen W-Fragen

Wo wollen wir hin? Womit fangen wir an? Was wollen wir sehen? Wie macht man das mit dem Zugticket? Was ist da das Richtige? Worauf müssen wir achten? Uuuuund so weiter und sofort. Kennt jeder. :D

Unsere Urlaube verlaufen im Grunde jedes Mal super spontan. Meistens fliegen wir hin, haben für die ersten ein oder zwei Nächte ein Air BnB Zimmer oder ein Hotelzimmer und von da aus planen wir dann ganz frei weiter – eben dahin, wo es uns hintreibt. Hat bis jetzt jedes Mal fantastisch funktioniert und ich liebe dieses Modell! (:

Ob das auch diesmal funktionieren würde, wussten wir nicht. Aber wie sagt man so schön? :D No risk no fun! Ich weiß nicht, wie wir darauf kamen in die Kansai Region zu reisen. Tokyo, Shibuya, Akihabara, Harajuku, … all das hatte ich eigentlich im Kopf gehabt und wollte ich so gerne einmal live sehen! Aber irgendwie sind wir dann am Flughafen in Osaka gelandet, von wo aus wir uns in der Region umher bewegt und auch Kyoto und Nara angesteuert haben. (:

Das war dann alles ein bisschen traditioneller und mit weniger Popkultur, aber auch das hat mir sehr gut gefallen und ich wollte ja unbedingt nach Japan, weil ich den Kontrast zwischen Popkultur und Tradition kennen lernen wollte. So viel Popkultur hatten wir zwar nicht, aber dennoch war das für unser erstes Mal Japan nicht schlecht. ;)

Die Planung – Team Chaos in action

Ich habe wirklich viele Reiseblogs durchstöbert, Menschen nach ihren Empfehlungen gefragt, die schon einmal dort waren und mir viele YouTube Videos angeschaut, die das Thema Japanreise behandeln. Das hat teilweise wirklich gut geholfen, aber die Unsicherheiten waren dennoch noch nicht ganz verschwunden. Das würde einfach ganz anders werden, da war ich mir sicher.
Erst einmal habe ich mir aufgeschrieben, was meine Ängste sind. Wovor hatte ich Angst? Was waren meine Befürchtungen? Was wäre das Dümmste, was uns dort passieren kann?
Da wir natürlich nicht ohne einen Groschen in der Tasche dorthin reisen wollten, war „Geld“ im Grunde die Antwort auf viele meiner Ängst. :D Das klingt super schräg, aber das hat mir schon viele Sorgen genommen: Wir können Übernachtungen zahlen, wir können unsere Zugtickets / Bustickets / Taxitickets zahlen, wir werden nicht verhungern! :D Ganz wichtig!
Spaß beiseite. Meine größte Angst war eigentlich, dass wir irgendwo stranden, niemand englisch kann und wir einfach den Urlaub irgendwo festsitzend verbringen müssen, ohne etwas gesehen zu haben.
Was für eine unsinnige Angst! Denn wir sind immerhin zwei erwachsene Menschen, die Entscheidungen treffen können und die Macht über das Internet verfügen! :D Womit wir zu meiner zweiten Sorge kommen: Wie macht man das eigentlich mit dem Internet

Chillen an der Osaka River Side. (: Sonne genießen und Sandwiches futtern!

Pocket WiFi

Ich hatte gehört, dass man sich spezielle Karten kaufen muss, die in das Handy rein kommen.
Aber irgendwann bin ich dann über eine Seite gestolpert, auf der man „Portable WiFi ausleihen“ kann, also „Pocket WiFi“. Das hatte ich schon öfter gelesen, weil es in den japanischen Air BnB Beschreibungen steht. Das ist im Grunde einfach WLAN für die Hosentasche. :D Wir haben uns für 25GB Datenvolumen entschieden. Auch kann man damit bis zu 10 Geräte verbinden, aber unsere zwei Handys haben gereicht. :D Ich weiß gar nicht mehr, ob man das nachträglich aufladen kann, aber wir hatten am Ende noch fast 5GB übrig, weil wir so oft einfach das, im Air BnB vorhandene Pocket WiFi mitnehmen konnten. (: Unseres haben wir dann sicherheitshalber auch eingesteckt, aber nicht eingeschaltet.
Wenn man es auf der Seite bucht, wird man nach dem Datum und Ort gefragt, wo man es abholen möchte. In unserem Fall war das also der Kansai Airport (KIX) und der 20. Mai. Man bekommt einen Beleg und muss nurnoch auf den Tag der Ankunft warten. Es wird genau beschrieben, wo man das Päckchen abholen muss, geht zum Post Office, legt seinen Ausweis vor, bekommt das Päckchen, unterschreibt und zack! Alles andere erklärt sich von selbst. (: Ein Ladekabel und eine kleine Tasche war bei uns auch dabei. Und ganz wichtig: Der Rücksendeumschlag! Denn das Pocket Wifi sowie das Zubehör steckt man einfach vor der Abreise in diesen Umschlag und wirft ihn in einen Postkasten am Flughafen. Fertig! (: Mehr muss man nicht tun.
Als kleinen Tipp: Unser Pocket WiFi haben wir hier gebucht.
Für unser Pocket WiFi haben wir insgesamt knapp 50€ gezahlt.

Cash! Cash! Cash! – Geld abheben

Gut ausgerüstet mit Yen, Reisepass und meiner neuen Fuji! (:

Auf diversen Blogs habe ich verschiedene Meinungen zum „Bargeld oder nicht Bargeld“ gelesen. Als erstes sei gesagt: Wir hatten mit dem Geldabheben gar keine Probleme. Mit Joe’s Karte kann man überall gebührenfrei Geld abheben und zu einem sehr geringen Zinssatz auch zahlen. Ich glaube, für zwei Wochen Japan haben wir am Ende 2€ Gebühren gezahlt. XD Kann man mit leben, oder?

Auch, hatten wir Angst, dass wir keine Geldautomaten finden. Ich meine, okay wir hätten googlen und uns ein Foto davon in die Brieftasche kleben können, um es Leuten auf der Straße zu zeigen. :D Aber zum Glück habe ich gelesen, dass man Geldautomaten wirklich gut finden kann. Ebenfalls in den 7/11 Mini-Supermärkten, die irgendwie an jeder Straßenecke sind. xD Ich liebe die! 😍
Dennoch hatten wir immer Bargeld dabei. Joe’s Familie hatte uns zur Reise und zu seinem Geburtstag Yen geschenkt. (: Und vorher hatten wir auch schon Geld in Scheinen abgehoben. Euro hatten wir nicht dabei, da Joe dort problemlos Yen am Automaten abheben kann.
Wir mussten beide so lachen, als seine Mutter uns erzählte, dass sie gerne 70 Yen am Schalter in der Bank umtauschen wollte. Sie dachte, dass das 70€ seien und der Bankangestellte schaute sie ganz verwundert an und versicherte sich, ob sie auch ganz sicher sei, dass sie gerne 70 Yen haben wollte. XD Sie bestand darauf und er sagte ihr, dass er so eine kleine Summe leider nicht ausgeben kann. Da war sie verunsichert und irgendwann wurde ihr dann klar, dass sie da etwas falsch verstanden hatte. :D 70 Yen sind ungefähr 56 Cent!

Zug- und Busfahren in Japan: Prepaid oder Railpass?

Mein persönlicher Albtraum. XD Aber so schrecklich war es wirklich nicht. Es hat mich sogar sehr an London erinnert! (: Kennt ihr die Oyster Card? Sowas gibt’s in Japan auch – super praktisch! Man lädt an einem Automaten Geld drauf und schon kann man losdüsen. Zugfahren ist in Japan nicht teuer und wir kamen überall dort hin, wo wir uns ein kleines Ziel gesteckt hatten! (: Im Bus konnten wir ebenfalls die Prepaid Karte nutzen.

Abholen kann man sie direkt nach der Ankunft am Flughafen. Wir haben ein Sonderangebot der Icoca Card genutzt, in deren Preis gleichzeitig auch der Flughafentransfer für An- und Abreise mit dem Haruka Express schon eingerechnet war. Man kann sich zwischen hübschen Motiven der Karte entscheiden und auch Sondereditionen gibt es! :D Joe hat eine goldene Karte mit traditionellen teuflischen Wesen drauf und ich eine einfache silber blaue, mit dem blauen Pinguin drauf, wobei ich glaube, dass es sich dabei eher um ein Schabeltier handelt. :D Kleiner Tipp: Unsere Karten haben wir hier gebucht!

Die Frau am Flughafen meinte, man könne die Karte 10 Jahre lang verwenden. Ich glaube, dass wir sogar noch Geld drauf haben! :D Für’s nächste Mal, dann.

Wir haben hin und her überlegt, ob wir nicht vielleicht doch den Railpass für 14 Tage kaufen sollten. Jetzt bin ich ganz froh, dass wir das nicht getan haben, denn aufgerundet haben wir für’s Zug- und Busfahren in unserem Urlaub pro Kopf 150€ ausgegeben. Da hätte ich mich geärgert, wenn wir den Railpass für 370€ gekauft hätten. xD Hätten wir einen Ausflug nach Tokyo mit dem Shinkansen gemacht, hätte es sich gelohnt, da eine Fahrt hin und zurück pro Kopf 200€ gekostet hätte. Wir hatten es wirklich vor, aber alles in zwei Wochen zu quetschen wäre einfach nicht klug gewesen. Vor allem nicht beim ersten Mal!
Ich denke, dass sich ein Railpass nur lohnt, wenn man zwischen großen Städten umher reisen möchte. Oder eben besonders viel und intensiv mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. XD Für uns hat er sich diesmal jedenfalls nicht gelohnt.

Achja! Es ist kaum zu glauben aber wahr: Am meisten hat uns einfach Google Maps weitergeholfen. :D Ich habe mir unendlich viele Rezensionen und Meinungen zu diversen japanischen Bahn-Apps durchgelesen, habe mir die eine oder andere auf mein Handy geladen, kam nicht damit klar und habe sie wieder gelöscht. Ich war so unsicher und bin fast daran verzweifelt. Am Ende mussten wir nur Google Maps auf dem Handy öffnen und bekamen die korrekten Zug- und Busverbindungen angezeigt. Damit hätte ich nie gerechnet, da uns Maps die letzten paar Monate dauernd im Kreis schickt, viel zu krasse Umwege fahren lässt (wir glauben ja, dass die mit den Tankstellen zusammenarbeiten >_>) und manchmal sind wir sogar aus unerfindlichen Gründen einfach rückwärts auf dem Display gefahren. XD Okay.
In Japan aber, konnten wir uns voll auf die App verlassen. Und es ist absolut unglaublich, dass wir sogar irgendwann durch die ganzen Anzeigetafeln am Bahnhof durchgeblickt haben! :D Zugfahren (U-Bahn) hat mir da einfach keine Angst mehr gemacht. Das war und ist ein schönes Gefühl! :P

Die Kunst des japanischen Fake Foods. :D

Was soll das bedeuten? Wie viel kostet das? Wo bin ich hier?

Als erstes empfehle ich hier ganz klar einen Umrechner, als App auf dem Handy. :D Die war im Dauereinsatz, um Yen in Euro umzurechnen und umgekehrt. Super easy, immer auf dem neusten Wechselkurs und schnell. Und die Sache mit den Zeichen… Tja! Auch da empfielt sich eine App, die per Fotoaufnahme die Zeichen „so in etwa“ übersetzen kann. Und wenn man wirklich nicht weiter weiß: Versucht einfach zu fragen!
In Osaka steht öfter mal die englische Beschreibung dabei, vor allem in Speisekarten. Und wenn nicht, dann gibt’s immer noch die Bilder! :D Teilweise kamen und sie japanischen Speisekarten vor, wie Bilderbücher. Und auch, dass das angebotene Essen im Schaufenster vor dem Restaurant als Modell aufgestellt ist, erleichtert die Sache enorm! (: Keine Angst haben!
Ab und zu kamen mir die Bedienungen ein kleines bisschen überfordert und genervt vor, weil sie es nun mit Ausländern zu tun hatten, aber der Eindruck kann auch an meiner Unsicherheit liegen. Ich denke immer und überall, dass ich Menschen auf die Füße trete, mich falsch benehme oder etwas tue, was ganz und gar unpassend ist. Der Druck ist da groß, vor allem in einem so „höflichen Land“, wie Japan. :D Aber damit muss ich leben! Ich denke, dass viele von ihnen aufgeatmet haben, nachdem wir wieder weg waren. Aber das kann man nie so genau sagen. :D
Ich weiß nicht, wie wir das gemacht haben, aber wir haben uns gut durchgeschlagen, sind nicht verhungert und wenn man sich wirklich so unendlich apokalyptisch unsicher ist, und nicht in ein Restaurant rein möchte, weil man heute einen schlechten Tag hat, dann sind da immer noch die Supermärkte, die eine unfassbare Auswahl an Fertiggerichten im Kühlschrank haben! 😍 (ONIGIRI FTW)

Wegen der Zeichen hatte ich auch Angst vor dem Zug- und vor allem Busfahren! Was, wenn wir unsere Haltestelle verpassen? 😖 Aber wenn man seine Haltestelle kennt (Google Maps gibt einem die ausgeschriebenen Namen und diese stehen auch in lateinischen Buchstaben am Bahnhof ;) ), dann muss man nur ein bisschen genauer hinhören. Wenn man sich dann auch noch die zwei Stationen anschaut und die Ohren spitzt, sobald man die erste davon erreicht und weiß, dass die Zielhaltestelle zwei Stationen danach kommt, dann kann nichts passieren. (:

Na, was gibt’s hier wohl? :D

Die Sache mit den Händen und Füßen

Ja also, lasst es mich so sagen: 9/10 Japanern können in der Kansai Region, in der wir waren kein Englisch. XD Ich kann nicht für die komplette Region sprechen und man muss immer seine eigenen Erfahrungen machen, aber wir haben zu 90% ein panisches Kopfschütteln als Antwort bekommen, wenn wir nach Englisch fragten. :D Dennoch konnte man sich irgendwie verständigen und wenn man gar nicht mehr weiter wusste, kam irgendwo ein chinesischer Teenager her und versuchte auf englisch zu helfen. :D Was für eine Erfahrung! Auch habe ich gemerkt, dass es mir unglaublich geholfen hat ein paar Bröckchen japanisch zu können. Ich hatte ein Semester Japanisch, als ich noch aufs Berufskolleg gegangen bin, aber das zweistündige Herumgammeln in der Stadt, bevor der Kurs anfing lies mich aufgeben. Vielleicht fange ich ja irgendwann wieder an. (:

Die schönste Situation die mir widerfahren ist war, als Joe im Bahnhof aufs Klo musste und ich oben an der Treppe wartete. Ein Sicherheitsmensch kam und ging runter, rief in die Toiletten „We’re closing!“ und verschwand. Als er wieder hoch kam erklärte ich, dass mein Freund noch da unten sei und er sagte mir, er wisse Bescheid, würde gleich wieder kommen um abzusperren, würde aber schon einmal das Tor schließen, damit niemand mehr runter geht. Erleichtert wartete ich vor dem verschlossenen Eisengitter, als ein alter Mann vorbei kam. Er betrachtete mich von oben bis unten und sagte dann etwas auf japanisch zu mir. Ich verstand ihn natürlich nicht und versuchte ihm auf englisch zu sagen, dass mein Freund noch da unten sei. Er formte mit beiden Armen ein großes X, zeigte nach unten, machte wieder ein X und murmelte weiter auf japanisch. Ich war langsam der Verzweiflung nahe, weil der Herr mir wahrscheinlich mitteilen wollte, dass ich nicht hier herumstehen und meine Zeit mit Warten vertrödeln solle, denn die Toiletten seien bereits geschlossen. :D Mit einem „I’m waiting. My friend is coming.“ kam ich einfach nicht weiter.
Da fiel mir ein, was „Freund“ auf japanisch heißt, deutete nach unten, auf mich und wieder nach unten und sagte „Tomodachi!“
Auf einmal erhellte sich sein Gesicht, er grinste bis über beide Ohren und nickte eifrig, murmelte wieder etwas auf japanisch, verbeugte sich und lächelte und ging seines Weges. Er hatte verstanden! :D Es hätte mir so Leid getan, wenn er einfach weiterhin verzweifelt versucht hätte mir etwas klar zu machen und „ich doofe Ausländerin wollte ihn einfach nicht verstehen!“. XD Also, gut, wenn man dann doch einfach mal einen Anime auf japanisch geschaut hat! :D

Achja: Übernachtungen! (:

Wie schon gesagt sind wir eher die Sorte Reisende mit dem Motto „No risk no fun!“ :D Unsere erste Unterkunft wollten wir aber gerne schon buchen. Wir sind ein großer Freund von Air BnB, obwohl das ganze System dahinter mittlerweile schon wieder umstritten zu sein scheint. Aber gut, davon möchte ich jetzt nicht anfangen. (: Da wir an der Osaka Station – einem großen Bahnhof – ankommen würden, suchten wir uns in der Nähe eine Unterkunft. Erst waren wir schockiert über die Meldung auf der Seite, dass „zu unseren Reisedaten bereits 60% aller Unterkünfte ausgebucht“ seien. Schnell wollten wir irgendetwas buchen, aber bei der Suche stellten wir fest, dass noch mehr als 400 Unterkünfte in Osaka frei zur Verfügung standen! :D
Ich habe gelesen, dass Japan auf Platz 1 steht, was die Wohnungsdichte auf Air BnB angeht. Das hat uns dann schon wieder etwas beruhigt. ;)

7 Min Fußweg von der Shin Osaka Station entfernt haben wir dann unsere erste Unterkunft gebucht. Sogar mit Pocket WiFi. (: Das Witzige ist, dass wir auf unserer kompletten Reise keinen einzigen Host zu Gesicht bekommen haben. Die Türen waren stets bereits offen, der Schlüssel lag auf dem Wohnzimmertisch und unsere Hosts haben sich dann per Air BnB Nachricht gemeldet und auch immer schnell geantwortet. Da waren wir sehr positiv überrascht, auch wenn wir gerne einfach mal Jemanden kennen gelernt hätten. Aber die Japaner scheinen da nicht so kontaktfreudig zu sein…? :D Auch okay.
Wir hatten ein schnuckeliges Appartment, mit kleinem Bereich, um die Schuhe auszuziehen und seinen Regenschirm abzustellen, eine Mini-Küche, ein Mini-Mini-Badezimmer, einen Mini-Mini-Mini-Balkon (man musste die Türe erst hinter sich schließen, um auf dem Balkon stehen zu können. XD) und ein hartes Bett. :D Es war klein, aber unglaublich gemütlich, offen und hell. Auch Küchenutensilien waren vorhanden. Ein Sofa gab es auch und obwohl wir ziemlich zentral übernachteten, isolierten die Fenster den Raum sehr gut!
Für unsere erste Unterkunft an der Shin Osaka Station haben wir für zwei Personen 35€ pro Nacht gezahlt. Also etwas über 15€ pro Person. Wahnsinn, oder? Insgesamt sind wir ein paar Nächte dort geblieben, um dann weiter zu ziehen. Nur in Nara haben wir uns ein Hotelzimmer genommen, da dies noch etwas günstiger, als die verfügbaren Air BnB Wohnungen war! Also immer mal die Preise vergleichen, wenn man darauf achten möchte. (:

Die Sache mit den japanischen Badezimmern

Ein heißes Kräuterbad in unserem Hotelzimmer in den Universal Studios Osaka!

Ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke. XD Im Leben habe ich noch nicht in so einer kleinen Nussschale gesessen, die sich mit Wasser füllen lässt. Dass die Japaner sich erst abbrausen, um dann ein Bad zu nehmen war mir vorher schon bekannt, aber ich bin nicht auf die Idee gekommen, dass das auch in so einem winzigen Badezimmer möglich ist.
Wenn Joe sich mit mir zusammen die Zähne putzen wollte, dann musste er mit einem Bein im Flur stehen. :D Eines Abends wollte ich ein heißes Bad nehmen, weil ich es einfach liebe zu baden. (: ❤ Also habe ich mir Wasser eingelassen und bin hineingehüpft. Meine Beine konnte ich natürlich nicht ausstrecken, aber das war schon okay. ^_^ Ich hatte einen Napf mit heißem Wasser, in den ich mich legen konnte und war glücklich. XD
❤ Was ich an den japanischen Wannen so liebe ist, dass sie so unglaublich tief sind! Wenn sie voll sind, geht mir das Wasser bis kurz unter das Schlüsselbein! Und ich bin schon echt groß. :D Wie ein Mini-Schwimmbecken!
Und so planschte ich fröhlich vor mich hin, war glückselig, geschrubbt und geputzt und wollte mir gerade mein Handtuch schnappen, da stellte ich schockiert fest, dass sich auf dem Boden im Bad etwa 5 cm Wasser angesammelt hatte! Das Handtuch, das ich mir auf den Boden vor die Wanne gelegt hatte war durchtränkt und schwamm ein wenig hin und her. XD Erschrocken rief ich Joe und dachte wirklich, ich hätte irgendetwas kaputtgemacht! Wir wussten nicht, was wir tun sollten. Ich ließ also erst einmal das Wasser aus der Wanne und zog den Stöpsel, es blubberte, gluckerte und schmatzte und wir beobachteten schweigend, wie sich all das Wasser langsam zurückzog und unter dem Unterschrank unter dem Waschbecken verschwand.

… XD WAS?

Wir schauten uns an und unsere Blicke sagten: ,,Was ist da gerade passiert?“
Als wir nachschauten stellten wir fest, dass sich ein Abfluss unter dem Schrank befand! Auch fiel uns jetzt auf, dass der Boden ein kleines bisschen abschüssig war. Das Bad war darauf ausgelegt, sich vor dem Baden abzubrausen und dann in die Wanne zu steigen! XD Oh, wie konnte ich das vergessen? Damit hätte ich nicht gerechnet! Wir mussten echt lachen, weil durch das Hervortreten des Wassers dicke, dunkle Wollmäuse unter dem Schrank hervorgeschwommen kamen und wir erst dachten, das hätte etwas mit dem Abfluss oder der schwimmenden Klobürste zu tun. XD Joe hat so angeekelt ausgesehen, weil der dachte da schwimmen kleine Köttel! XD Immer wenn ich daran denke, muss ich breit grinsen.

In unserem Hotelzimmer in den Universal Studios in Osaka war das Bad wesentlich größer und es gab eine extra eingerichtete „Duschecke“, mit Hocker und Wasserschale.
Es ist komisch, dass der ganze Raum zur Dusche wird, in dem dann auch noch die Wanne steht. :D Aber man gewöhnt sich dran und ich finde, das hat dann irgendwann auch einen Spa-Charakter. Ich hab das richtig vermisst, hier in Deutschland. (: Außerdem finde ich es irgendwie erfrischend, sich vor einem heißen Kräuterbad abzuwaschen und sich eine Schale kühles Wasser überzugießen. ❤

Das war der erste Akt!

Natürlich war das nicht alles und ich habe mit Sicherheit unmengen an Infos vergessen, die ich hier rein schreiben wollte. Aber wenn ihr Fragen habt, dann fragt gerne einfach! ^_^ ❤ Ich hoffe, ich kann da dann weiterhelfen. Ich bin kein Japan-Profi, nur weil ich dort gerne hin reise, aber so die ein oder andere Info habe ich dann vielleicht doch preiszugeben. :D

Alles in allem ist das erste Gebot: Habt keine Angst vor dieser fremden Kultur! Weder vor den Menschen, noch vor dem Essen, noch vor dem Reisen innerhalb des Landes. Japan mag einem irgendwann wie ein einziger, großer Freizeitpark vorkommen, aber es ist ja auch ein Land, wie jedes andere, mit Landleben, Stadtleben, komischen Vögeln und hilfsbereiten Menschen. (: ❤
Ich würde, wenn man gar kein japanisch kann empfehlen, sich Sätze wie „Guten Tag“, „Vielen Dank!“, „Auf wiedersehen“ oder „Entschuldigen Sie bitte“ anzueignen. Ich persönlich finde es immer sehr höflich und respektvoll, wenn sich ein Mensch die wichtigsten Umgangsformen meiner Sprache aneignet. Klar kennt jeder „Sorry“, „Thank you“ und „Bye“, aber für mich ist es eine Sache des Respekts. (: Und ich habe gemerkt, wie sich der ein oder andere Mensch an Kassen, in Restaurants oder am Bahnhofsschalter gefreut hat, wenn ich mich auf japanisch bedankt habe. Ich mag das. (:

Das war nun seeeeehr viel Hintergrundwissen unserer Reise! :D Was wir gegessen und erlebt haben und auch einfach mal völlig idiotisch fanden, das erfahrt ihr in der nächsten Geschichte. ;) ❤


xoxo
Caddü

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